Skip to main content

Posts

Showing posts from June, 2025

Spannender Abschluss der Detective Kett-Triologie

 Mit "Die Angst, die niemals endet" hat Alex Smith den Abschluss seiner Robert Kett-Triologie um einen Ermittler geschrieben, der die eigene Ehefrau sucht und dabei auch noch die Herausforderungen des Lebens als alleinerziehender Vater dreier lebhafter Töchter in einem nicht gerade familienfreundlichen Beruf meistern muss. Nachdem es in den ersten beiden Büchern vage Andeutungen auf den Mann gab, der hinter dem Verschwinden von Ketts Ehefrau steckt, gibt es nun eine erste Spur. Fünf Monate nach der Entführung findet sich eine DNA-Spur und das Telefon der Vermissten in einer Londoner Villa - aber auch Hinweise, dass in dem Haus Furchtbares passiert ist. Die Angst, mit der Kett seit fast einem halben Jahr lebt, dauert jedenfalls an, denn er kann nicht wissen, ob seine Frau lebt oder nicht. Der Autor gibt den Leser*innen einen Wissensvorsprung, ohne allerdings zu viel zu verraten. Denn der geheimnisvolle Pigman scheint den Ermittlern immer um eine Nasenlänge voraus zu sein. Wie ...

Deepfake als Weg zum Weltuntergang?

 Die Welt steht am Rande des Dritten Weltkriegs, alarmierende Nachrichten schüren Konflikte und wecken Aggressionen. Doch sind die Videobilder und Berichte wahr? Der Fall einer abgeschossenen Passagiermaschine, die angeblich von Terroristen gekapert und als Waffe in das Terminal des Münchner Flughafens gesteuert werden sollte, ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Aufnahmen aus dem Cockpit, die Fluglotsen, Luftaufsicht und Terrorabwehr überzeugten, waren ein Deepfake - und bei weitem nicht das einzige dieser Art.  In Peter Grandls Thriller "Reset" erlebt die Weltgemeinschaft Chaos. Alle digitalen Kanäle und Geräte scheinen infiziert von einem KI-Virus, der täuschend echte Fakes verbreitet. Selbst Videoanrufen kann nicht getraut werden. Ein internationales Team will sich von Interpol-Sitz in Lyon aus daran machen, das Problem zu lösen, während jeder Tag mehr Anarchie, Gewalt und Plünderungen, Zusammenbruch von Lieferketten und einen Stillstand der modernen Transportwege be...

George Smileys Rückkehr

  Dafür, dass Nick Harkaway 1972 geboren ist, kann er in die Welt des Kalten Krieges und der Geheimdienste sehr glaubwürdig eintauchen. Mehr noch: Sein Spionageroman "Smiley" überzeugt mit Kontinuität, sprachlich und stilistisch. Denn Smiley, das ist natürlich George Smiley, die wohl berühmteste Romanfigur von John Le Carré. Vielleicht liegt es daran, dass Harkaway gewissermaßen mit Smiley-Extrakten beim Frühstück und Mittagessen aufwuchs. Er ist der jüngste Sohn des berühmten Autors (beide benutzen ein Pseudonym) und sein Roman ist nicht nur eine Hommage an den berühmten, vor wenigen Jahren gestorbenen Vater, sondern auch eine literarische Rückkehr in die Welt des Eisernen Vorhangs, in der Smiley zu Hause war. "Smiley" spielt in den frühen 60-er Jahren, nach "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Dame, König, As, Spion", was für Leser*innen von Le Carrés Romanen einen besonderen Reiz ausmachen dürfte. Denn einerseits nimmt der Roman Bezug auf b...