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Viel Portugal-Feeling

 Mit "Südlich von Porto lauert der Tod" hat Mariana da Silva einen Cozy Krimi mit viel Portugal Feeling sowie Schlenkern zu den kulinarischen Verlockungen des Landes am Atlantik (Ich sage nur, Pasteis de nata.... mmmmmm) geschrieben. Dabei ist ihr der landeskundliche Teil in meinen Augen deutlich besser gelungen als der Krimi-Plot und die Protagonistin, bei der ich mir ein bißchen weniger larmoyanten Blick zurück auf die offenbar traumatisierende Vergangenheit bei der Stuttgarter Kripo gewünscht hätte. Denn wirklich erklärt wird nicht, was Ria Almeida so nachhaltig schockte, dass sie sich in den Streifendienst versetzen ließ, mal abgesehen von der unharmonisch ausgegangenen Affäre mit dem Vorgesetzten.  Doch jetzt ist Stuttgart weit, Ria ist zu Besuch im Dorf, aus dem  ihre Familie stammt. Der Tod und die Beerdigung des Großvaters sind der Anlass, eine längere Auszeit bei der Familie zu nehmen. Als eine tote Restauratorin gefunden wird und die Leiche kurz danach verschwin...

Asperger und Algavre - "Weiße Fracht"

Spätestens seit "Rain Man" haben Autoren und Filmemacher Autisten oder Menschen mit Asperger Syndrom samt ihrer (im wirklichen Leben wohl nicht ganz so häufig auftretenden) möglichen Superbegabungen für sich entdeckt. Lisbeth Salander, die geniale Hackerin aus der "Millenium" Reihe, ist ja auch so ein Fall. In "Weiße Fracht" von Gil Ribeiro ist Leander Lost als LKA-Austauschbeamter an der Algavre der Außenseiter vom Dienst, mit photographischem Gedächtnis und der Unfähigkeit zu lügen oder Ironie zu verstehen. Der Fund eines ermordeten deutschen Aussteigers ruft Lost und seine portugiesischen Kollegen auf den Plan. Die Szene am Tatort ist ein wenig makaber - wieso hat der Täter dem Toten eine Feder ins zuvor zerschossene Auge gesteckt, ein Petruskreuz auf die Brust, und eine rote Sieben an die Decke gemalt? Ein Einbrecher, der im Haus des Toten auf frischer Tat ertappt wird, scheidet als Täter aus,  bringt die Ermittler aber auf die Fährte einer demnächst...

Familienfehden zwischen Gastronomen - Fado fatal

Mit eher gemischten Gefühlen lege ich "Fado Fatal" von Hanne Holms aus der Hand. Ich kannte die Autorin bisher nicht, bin aber immer wieder gerne in Portugal, mit einer fatalen Liebe zu Pasteis de Nata und anderem kalorienhaltigem Gebäck, dem wunderbaren Licht Lissabons, sonnenverbrannter Weite des Alentejo und den Atlantikstränden. Ganz klar, dass ich einen Portugalkrimi unbedingt lesen/rezensieren wollte. Und ja, es ist durchaus nicht so, als ob hier nicht auch Lokalkolorit zwischen Weinbergen und den engen Gassen von Porto durchschimmert, wenn Lisa, freie Reisejournalistin auf Reportagereise in Portugal , sich gleich auf der ersten Reisestation in Porto mit der Inhaberin des Restaurants/Gästezimmers anfreundet, die offenbar von Unbekannten aus dem Geschäft gedrängt werden soll. Nicht nur die patente Wirtin, sondern auch ihre Cousine - wir haben es mit einem Gastronomenclan zu tun - durchlebt gerade allerhand Krisen. Die eine stellt fest, dass zermahlene Rasierklingen unt...