Skip to main content

Posts

Showing posts from October, 2025

Das Grauen in der Eigenheimsiedlung

 "Welcome Home" von Arno Strobel ist laut Verlagsangaben ein Psychothriller. Dem würde ich nicht ganz zustimmen, denn für mich enthält ein Psychothriller das eher leise Grauen, psychologische Spannung, die sich zunächst eher in den kleinen Veränderungen, Gesten und Geschehnissen äußert. Im Fall der Kleinfamilie von Ines und Marco Winkler, die mit der kleinen Tochter Emilia und dem Familienhund in eine Eigenheimsiedlung im Spessart ziehen, klein und familiär, ganz anders als in der bisher gewohnten Großstadt, ist das ganz anders. Denn es dauert nicht lange bis zur ersten und eher grausam zugerichteten Leiche, der andere folgen werden. Die Idylle mit den überwiegend netten und herzlichen Nachbarn steht schon bald unheimlichen Geschehnissen und Gewalt gegenüber. In der Siedlung bricht Panik aus. Spätestens als dann auch noch Emilia verschwindet, will Marco Winkler herausfinden, wer hinter dem Schrecken steckt. Strobel scheint, wenn ich Rezensionen in Buchcommunities sehe, eine t...

Codes und Kryptovermögen

  Andere Senioren mögen Kreuzworträtsel lösen und Gedächtnistraining machen - das Quartett des Donnerstagsmordclub betätigt sich statt dessen als Codeknacker in Richard Osman´s "Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code." Von Ruhestand kann bei den mittlerweile immerhin über 80-Jährigen trotz scheinbar beschaulicher Seniorenresidenz wirklich keine Rede sein. Dabei hatte ich schon befürchtet, der vierte Band könnte so eine Art Schwanengesang sein. Doch weit gefehlt - auch wenn das Alter und seine Einschränkungen durchaus zu Einschränkungen führen und der Gedanke an die eigene Endlichkeit nie ganz weg - Joyce, Elisabeth, Ibrahim und Ron stellen sich auch weiter den Herausforderungen.  Im Fall von Joyce: Die Hochzeit ihrer Tochter. Endlich! Und sogar mit einem ausnehmend sympathischen Schwiegersohn! Im Fall von Ron: Seinen Schwiegersohn hat er ja noch nie sonderlich gemocht. Aber dass die Ehe seiner Tochter mit einem koksenden Kriminellen von Gewalt geprägt ist, das hat er ...

Wenn Oma und Enkelin ermitteln

 Rosemary MacLaine, 76 Jahre alt, hat einen eher herben Charme. Gefühle ausdrücken, das ist nicht so ihr Ding, dazu ist sie zu sehr eine alte Yankee-Dame. Dafür kann sie mit einem Schneemobil umgehen - praktisch, wenn man auf einer Insel in den Großen Seen lebt, wo eisige Winter garantiert sind. Das eher zurückgezogene Rentnerdasein wird jäh gestört, als eine Nachbarin zur Party ins feudale Herrenhaus einlädt - mit dem Hinweis, dass Rosie besser kommt. Andernfalls werde ihr gut gehütetes Geheimnis ans Licht kommen. Soweit die Ausgangslage von "Die Einladung. Mord nur für geladene Gäste" von Kelly Mullen. Rosemary weiß - vor dieser Einladung kann sie sich nicht drücken. Sie kommt allerdings mit Rückendeckung in Form ihrer Enkelin Addie, als Spieleerfinderin rätselerprobt. Eine wichtige Eigenschaft, wie sich schon bald zeigen wird. Denn die etwas dahindümpelnde Party geht auf die Mitternachtsdrinks zu, als es dramatisch wird: Eine Leiche wurde gefunden - und dabei handelt es si...