Liegt es an der zurückhaltenden niedersächsischen Art? Der Kemptener Kripochef Eike Hansen, den schon der Name eher hinterm Deich als im Allgäu verortet, zeigt nicht genug Enthusiasmus für die Suche nach dem perfekten Hochzeitsanzug. Nur allzu gern lässt er sich von einem Fall ablenken, als seine Verlobte, die Gerichtsmedizinerin Resi, den begehrten Termin beim älteren und etwas divahaften örtlichen Schneider festgemacht hat. Da ist nicht nur der Schneider beleidigt. Auch die Beziehung leidet unter dem Ermittlungsdrang, der den Kommissar zur Waldhütte eines ehemaligen Bankräubers führt.
Der einstige Gauner hat sich in den letzten Jahren lieber ums Gärtnern gekümmert und menschliche Gesellschaft weitgehend gescheut. Doch nun hat ihn wohl die Vergangenheit eingeholt, mausetot sitzt der Mann auf seinem stillen Örtchen, und der Armbrust-Pfeil, der in Wilhelm-Tell-Manier in seiner Stirn ragt, verrät auch dem schlimmsten kriminalistischen Laien: das war keine natürliche Todesursache.
Das ist die Ausgang des Allgäu-Krimis "Volltreffer" von Jürgen Seibold, der sich hinter die sechs vorgänger der Reihe mit vielen skurrilen Charakteren einreiht. Wobei Eikes Mitbewohner, der gern vergrätzte Kater Ignatz, nur ein Beispiel ist. Die Dynamik zwischen Polizist und Kater, den Kollegen und eher etwas holzschnitzartig skizzierten Verdächtigen und Zeugen prägt das Buch stärker als literarische Tätersuche.
Sei´s drum - ein siebter Band steht in der Regel für eine bereits vorhandene Leserschaft, die sich an den Integrationsbemühungen des Nordlichts südlich des Weißwurstäquators goutieren, Kulturelle Unterschiede haben schließlich ihren Reiz, auch wenn Eike im Bemühen um Resis Ja-Wort sozusagen auf der letzten Meile noch mal aufholen muss. Denn nicht nur die Mordermittlungen lenken von den Hochzeitsvorbereitungen ab, auch eine ausgesprochen gutaussehende BKA-Ermittlerin heizt die Handlung an. Aber wie bezeichnen sich die Niedersachsen scließlich selbst? "Sturmfest und erdverwachsen...."
Jürgen Seibold, Volltreffer
Piper Verlag, 2019
304 Seiten, 11 Euro
ISBN - 978-3-492-31377-3
Der einstige Gauner hat sich in den letzten Jahren lieber ums Gärtnern gekümmert und menschliche Gesellschaft weitgehend gescheut. Doch nun hat ihn wohl die Vergangenheit eingeholt, mausetot sitzt der Mann auf seinem stillen Örtchen, und der Armbrust-Pfeil, der in Wilhelm-Tell-Manier in seiner Stirn ragt, verrät auch dem schlimmsten kriminalistischen Laien: das war keine natürliche Todesursache.
Das ist die Ausgang des Allgäu-Krimis "Volltreffer" von Jürgen Seibold, der sich hinter die sechs vorgänger der Reihe mit vielen skurrilen Charakteren einreiht. Wobei Eikes Mitbewohner, der gern vergrätzte Kater Ignatz, nur ein Beispiel ist. Die Dynamik zwischen Polizist und Kater, den Kollegen und eher etwas holzschnitzartig skizzierten Verdächtigen und Zeugen prägt das Buch stärker als literarische Tätersuche.
Sei´s drum - ein siebter Band steht in der Regel für eine bereits vorhandene Leserschaft, die sich an den Integrationsbemühungen des Nordlichts südlich des Weißwurstäquators goutieren, Kulturelle Unterschiede haben schließlich ihren Reiz, auch wenn Eike im Bemühen um Resis Ja-Wort sozusagen auf der letzten Meile noch mal aufholen muss. Denn nicht nur die Mordermittlungen lenken von den Hochzeitsvorbereitungen ab, auch eine ausgesprochen gutaussehende BKA-Ermittlerin heizt die Handlung an. Aber wie bezeichnen sich die Niedersachsen scließlich selbst? "Sturmfest und erdverwachsen...."
Jürgen Seibold, Volltreffer
Piper Verlag, 2019
304 Seiten, 11 Euro
ISBN - 978-3-492-31377-3
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