Er kann es einfach nicht lassen: Albin Leclerc ist zwar Kriminalkommissar im Ruhestand, aber mit der Rentnerrolle will er sich zum Leidwesen seiner aktiven Kollegen nicht abfinden und mischt sich auf eigene Faust in die Ermittlungen ein. In "Schatten der Provence" geht es um einen gescheiterten Überfall auf einen Kunsttransporter und die Entdeckung eines bislang unbekannten Gemäldes von van Gogh - Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg? Und gibt es einen Zusammenhang mit einem schpon etwas länger zurückliegendem Kunstdiebstahl? Dessen Opfer gibt sich seltsam einsilbig. Und schon bald gibt es Tote.
Mit seinem Mops Tyson, mit dem er wechselseitige Zwiegespräche führt, fängt Leclerc eigene Nachforschungen an. Als hätten die Ermittler in Carpentras nicht schon genug mit Behördenintrigen, einem ehrgeizigen Staatsanwalt und den Einmischungen von Europol und Interpol zu tun! Nee, statt dessen auch noch ein renitenter Rentner, der nicht wahrhaben will, dass er nicht mehr im Amt ist. Dass die "richtigen" Polizisten schwer genervt sind, kann ich nachvollziehen, auch wenn das wohl nicht die Absicht von Autor Pierre Lagrange ist, denn schließlich ist Leclerc der Held seiner Provence-Serie.
So richtig scheint sich der Autor auch nicht entscheiden zu können, ob es sich um einen Cozy Krimi handeln soll oder nicht. Denn da sind auf der anderen Gespräche die Kommentare von Mops Tyson, die gespielt.unschuldige Einmischung Leclercs in Dinge, die ihn mittlerweile nichts mehr angehen. Auf der anderen Seite die düstere Vergangenheit von Nazi-Besatzung, Deportationen und Kunstraub, um Bodenspekulation und Geschäfte mit Raubkunst. Das ist nun wirklich ein aktuelles Thema, man denke nur mal an Beutekunst-Diskussionen, die Gurlitt-Funde oder die Fälle, wenn bei Auktionen nach Jahrzehnten doch noch ein geraubtes Gemälde mit seiner dramatischen Geschichte identifiziert werden kann.
Das ist für mich denn auch das Unbefriedigende an "Schatten der Provence" - das Buch schwankt eher unentschlossen zwischen leichter und schwerer Kost, ohne sich eindeutig für das eine oder andere zu entscheiden. Als Urlaubslektüre für Provence-Reisende dürfte es dennoch Anklang finden.
Pierre Lagrange, Schatten der Provence
Fischer Scherz, 2019
ca 420 Seiten, 14,99 Euro
ISBN 978-3-651-02576-9
Mit seinem Mops Tyson, mit dem er wechselseitige Zwiegespräche führt, fängt Leclerc eigene Nachforschungen an. Als hätten die Ermittler in Carpentras nicht schon genug mit Behördenintrigen, einem ehrgeizigen Staatsanwalt und den Einmischungen von Europol und Interpol zu tun! Nee, statt dessen auch noch ein renitenter Rentner, der nicht wahrhaben will, dass er nicht mehr im Amt ist. Dass die "richtigen" Polizisten schwer genervt sind, kann ich nachvollziehen, auch wenn das wohl nicht die Absicht von Autor Pierre Lagrange ist, denn schließlich ist Leclerc der Held seiner Provence-Serie.
So richtig scheint sich der Autor auch nicht entscheiden zu können, ob es sich um einen Cozy Krimi handeln soll oder nicht. Denn da sind auf der anderen Gespräche die Kommentare von Mops Tyson, die gespielt.unschuldige Einmischung Leclercs in Dinge, die ihn mittlerweile nichts mehr angehen. Auf der anderen Seite die düstere Vergangenheit von Nazi-Besatzung, Deportationen und Kunstraub, um Bodenspekulation und Geschäfte mit Raubkunst. Das ist nun wirklich ein aktuelles Thema, man denke nur mal an Beutekunst-Diskussionen, die Gurlitt-Funde oder die Fälle, wenn bei Auktionen nach Jahrzehnten doch noch ein geraubtes Gemälde mit seiner dramatischen Geschichte identifiziert werden kann.
Das ist für mich denn auch das Unbefriedigende an "Schatten der Provence" - das Buch schwankt eher unentschlossen zwischen leichter und schwerer Kost, ohne sich eindeutig für das eine oder andere zu entscheiden. Als Urlaubslektüre für Provence-Reisende dürfte es dennoch Anklang finden.
Pierre Lagrange, Schatten der Provence
Fischer Scherz, 2019
ca 420 Seiten, 14,99 Euro
ISBN 978-3-651-02576-9
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