"Das Mörderarchiv" von Kristen Perrin war ein charmanter Cozy-Krimi, in dem die bislang erfolglose Krimischriftstellerin Annie sich als Hobby-Detektivin betätigen musste, um an das Erbe ihrer Großtante zu kommen und deren Mord aufzuklären. Nun gibt es einen Folgeband - "Der Tod, der am Dienstag kommt".
Annie ist mittlerweile Bewohnerin des stattlichen Herrenhauses ihrer Großtante, aber ihr Kriminalroman ist immer noch nicht vorangekommen. Liegt es am allgemeinen Verdruss Annies, die sich in der malerischen Kleinstadt Castle Knoll eher ungeliebt und außen vor vorkommt? Nicht ganz unschuldig dürfte das Mörderarchiv der Tante sein, in dem es nicht nur um Mord ging, sondern die Geheimnisse der Einwohner akribisch aufgeführt wurden. So was sorgt natürlich nicht unbedingt für entspannte Beziehungen.
Als die Wahrsagerin, die einst der Großtante ihre Ermordung voraussagte und damit überhaupt erst den Anstoß zum Mörderarchiv gab, tot in Annies Gewächshaus gefunden wird, ist sie natürlich eine "person of interest" - und fängt erneut an zu ermitteln, unterstützt von ihrer besten Freundin. Dabei gilt es einmal mehr, in die Vergangenheit der Tante und die Geheimnisse der Kleinstadt einzutauchen. Dabei macht Annie einige überraschende Entdeckungen und kommt vergangenem Unrecht auf die Spur.
Auch hier hat Perrin wieder einen Wohlfühl-Cozy geschrieben, der allerdings nicht an den ersten Band heranreicht. Außerdem gibt es logische Brüche, hatte doch Annie im ersten Band verlorene Familienbande in Castle Knoll ausfindig gemacht, die ihre isolierte Stellung im zweiten Band rätselhaft erscheinen lassen. Auch einige Familienintrigen, die im ersten Band für zusätzliche Würze gesorgt haben, fehlen diesmal. Einige ungelöste Rätsel lassen allerdings einen dritten Band vermuten - zu wünschen wäre, dass Perrin dabei dann wieder zur Form des ersten Buches über Annie und das Mörderarchiv aufläuft.
Kristen Perrin, Das Mörderarchiv. Der Tod, der am Dienstag kommt
Rowohlt 2025
352 Seiten, 18 Euro
9783499012679
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