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Kindheits-Alpträume und letzte Konfronation - "die Wälder"

Ein dichter, dunkler Wald voller Geheimnisse und düsterer Warnungen - dass ist der Stoff, aus dem die Märchen sind. In "Die Wälder" schickt Melanie Raabe ihre Protagonistin Nina zurück in das von dichten Wäldern umgebene Dorf ihrer Kindheit, um ein 20 Jahre zurück liegendes Geheimnis zu klären und dabei auch den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit entgegen zu treten. Mitten im Karneval erhält die junge Ärztin Nina eine schreckliche Nachricht: Tim, ihr bester Freund, ist tot. Erst kurz zuvor hatte er ihr noch eine Nachricht geschickt, dass er in das Dorf ihrer Kindheit zurück gekehrt sei und "das letzte Puzzlestück" gefunden habe. Es geht um das Verschwinden seiner Schwester Gloria, die seit 20 Jahren vermisst wird. Eigentlich wollte Nina nie wieder in das Dorf zurück kehren. Nun aber fühlt sie, dass sie nicht nut für Tims Beerdigung dorthin fahren muss, sondern auch für den toten Freund das Rätsel um die vermisste Gloria zu lösen hat. David, ein weite...

Taunus zum Zweiten - "Mordsfreunde"

Na, da hat der Ullstein-Verlag ja nicht lange warten lassen mit dem zweiten Band der Taunusreihe von Nele Neuhaus. "Mordsfreunde" führt ebenfalls zurück zu den Anfängen - Oliver von Bodenstein ist noch glücklich mit seiner Cosima verheiratet und Pia Kirchhoff lernt bei einem Fall ihren späteren Lebensgefährten kennen.  Dazu muss ein Tatort im Opel-Zoo gefunden werden, in diesem Fall: der Fundort einer Hand im Elefantengehege. Wenn das keine perfekte Vorlage ist für spätere Gespräche nach dem Motto: "Und, wie habt ihr euch so kennengelernt....?" Dabei ist Zoodirektor Sander nicht der Einzige, der ein Auge auf Pia geworfen hat. Der Noch-Ehemann Doktor Kirchhoff bemüht sich durchaus um eine Rückkehr zum alten Beziehungsstatus und der gutaussehende 19-Jährige Lukas macht der Kommissarin ungeachtet des Altersunterschiedes schöne Augen, ist aber einer von mehreren Mordverdächtigen. Auch auf den Zoodirektor weisen einige Inidizien hin, findet zumindest Bodenstein, der di...

Taunuskrimis, noch mal von vorne... "Eine unbeliebte Frau"

Nele Neuhaus zählt schon seit Jahren zu den deutschen Krimi-Bestsellerautorinnen.  Der Ullstein Verlag hat der Autorin der Taunuskrimis um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein nun eine Neuauflage der ungekürzten Originalversion der ersten Fälle des Ermittlerduos spendiert. Sicher auch eine nette Geste mit Blick auf diejenigen Leser, die erst später zu der Reihe gestoßen sind. Das gilt auch für mich - nach einer ganzen Reihe von Jahren im Ausland ist mir auf dem deutschen Buchmarkt zwischen gelegentlichen Stippvisiten einfach sehr viel entgangen. Für das Verständnis der jeweils aktuellen Fälle, die immer in sich abgeschlossen sind, muss man die Vorgängerromane ja nicht unbedingt kennen - aber die Entwicklunger der Ermittler lassen sich so leichter nachvollziehen, und es taucht etwa im ersten Band "eine unbeliebte Frau" eine Personn auf, die auch in einem der jüngeren Taunuskrimis eine Rolle spielt. Mal ganz zu schweigen von den re-running characters aus Polizei, Staatsanw...

Kolumbienkrimi jenseits der Drogenbarone - "die Kosmetikerin"

Kosmetik statt Kartelle, ein Blick in die Welt der privilegierten Senoras und die durch Hautfarbe manifestierte soziale Trennung statt bleigeladene Spannung aus den Bergen der Drogenbaron - Mit "die Kosmetikerin" hat Melba Escobar einen kolumbianischen Krimi geschrieben, in dem zwar Kokain und die Verflechtungvon Politik und Drogengeschäften angeschnitten werden. Doch weitaus mehr geht es um die nicht minder komplizierten gesellschaftlichen Regeln, die klaren Trennungen zwischen dem Oben und dem Unten der Gesellschaft, um Alltagsrassismus und eine Macho-Gesellschaft, in der Frauen gefälligst schön und verfügbar zu sein haben. Karen, die aus der Küstenprovinz in die Hauptstadt gekommen ist und als Kosmetikerin in einem angesagten Schönheitssalon nahe dran an den Privilegierten ist, träumt von einem besseren Leben. Anfangs hofft sie noch, ihren kleinen Sohn möglichst bald zu sich in die Stadt holen zu können, ihm eine gute Schulbildung bieten zu können. Traumatische Erfahrung...

Geiseldrama um Chastity Riley - "hotel Cartagena"

Für "Mexikoring" erhielt Simone Buchholz im vergangenen Jahr den Deutschen Krimipreis. Nun ist ein neuer Kriminalroman um die trinkfeste deutschamerikanische Staatsanwältin Chastity Riley mit dem komplizierten Gefühlsleben erschienen. Zum Ermitteln kommt Riley in diesem Hamburg-Krimi nicht, im Gegenteil: sie steckt selbst mitten im Geschehen, als eine Gruppe Männer eine Hamburger Hotelbar überfällt und Geiseln nimmt - darunter auch Riley und ihre Kollegen, die zu einer Geburtstagsfeier versammelt sind. Während das Geiseldrama seinen Lauf nimmt, beobachtet Riley, versucht die Stimmung zu analysieren, und Buckkolz schreibt in dieser unterkühlten, fast poetischen Art, die ihre Riley-Romane prägt: "Jeder von un weiß, dass hier gerade nichts ist, wie es sein sollte, dass das Leben soeben ziemlich scharf abgebogen ist, das ab dieser Nummer nichts mehr so sein wird, wie es vorher war. Könnte sein, dass wir alle noch in dieser Nacht sterbe, oder vielleicht morgen ...

"Brennende Narben" - besessen von der Vergangenheit

Ein unkonventionelle, eher untypische Ermittlerin ist die Frankfurter Kripo-Beamtin Mara Bilinsky - stets ganz in Schwarz gekleidet, was ihr den Beinamen "die Krähe" verschafft hat, mit Tätowierungen aus den rebellischen Jugendzeiten (mal ehrlich, was ist bei jemandem Anfang 30 noch rebellisch mit Tätowierungen? die waren doch zu den entsprechenden Jugendzeiten schon längst Mainstream), tough auftretend, aber auch unter einem Kindheitstrauma leidend: Mit 13 Jahren fand Mara zu Hause ihre ermordete Mutter. In "Brennende Narben", dem dritten Band der Bilinsky-Reihe von Leo Born, geht es darum nicht nur um einen  drohenden Bandenkrieg im Frankfurter Rotlichtmilieu zwischen einer albanischen Gangsterbande und dem "Wolf" vor dem Mara von eine anonymen Anrufer gewarnt wird. Es geht auch um die höchst privaten undienstlichen Ermittlungen der Komissarin, die wissen will, wer schuld am Tod ihrer Mutter ist. Von dieser Frage ist sie regelrecht besessen. Das heißt;...

Von L:iebe, Panik und Besessenheit - Atme!

Nile glaubt, endlich das große Los getroffen zu haben mit Ben: Er ist ihr Seelengefährte, der Mann, mit dem sie zusammengehört, mit dem sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen will. Sie planen die Hochzeit, auch das perfekte Kleid ist gefunden, doch just als sie es anprobiert, verschwindet Ben spurlos. Nile kann es nicht fassen, dass keiner das Verschwinden, ja den wartenden Ben bemerkt haben will. Die Polizei hält sie für hysterisch, an Bens Arbeitsplatz macht sich niemand Sorgen und Bens Freunde, die in letzter Zeit ohnehin rar geworden sind, blocken ab oder verweigern den Kontakt zu Nile. Im Glück der beiden gibt es nämlich einen Schönheitsfehler: Damit sie heiraten können, muss Ben erst einmal von seiner ersten Frau Flo geschieden werden. Für Nile ist Flo die Feindin, die Frau, auf deren Seite sich alle von Bens Freunden gestellt haben. Doch sei´s drum: In ihrer perfekten Zweisamkeit genügen sich die beiden vollkommen. Oder ist vielleicht alles ganz anders? In der Konfrontation...