Mit eher gemischten Gefühlen lege ich "Fado Fatal" von Hanne Holms aus der Hand. Ich kannte die Autorin bisher nicht, bin aber immer wieder gerne in Portugal, mit einer fatalen Liebe zu Pasteis de Nata und anderem kalorienhaltigem Gebäck, dem wunderbaren Licht Lissabons, sonnenverbrannter Weite des Alentejo und den Atlantikstränden. Ganz klar, dass ich einen Portugalkrimi unbedingt lesen/rezensieren wollte.
Und ja, es ist durchaus nicht so, als ob hier nicht auch Lokalkolorit zwischen Weinbergen und den engen Gassen von Porto durchschimmert, wenn Lisa, freie Reisejournalistin auf Reportagereise in Portugal , sich gleich auf der ersten Reisestation in Porto mit der Inhaberin des Restaurants/Gästezimmers anfreundet, die offenbar von Unbekannten aus dem Geschäft gedrängt werden soll. Nicht nur die patente Wirtin, sondern auch ihre Cousine - wir haben es mit einem Gastronomenclan zu tun - durchlebt gerade allerhand Krisen. Die eine stellt fest, dass zermahlene Rasierklingen unter Lebensmittel gemischt wurden, bei der anderen wird nachts gezündelt.
Lisa lässt Reportage Reportage sein, bietet sich als Aushilfskellnerin und Ermittlerin in einer Person an und kann trotz ihrer bescheidenen Portugiesischkenntnisse in beidem glänzen, Tjaaaaaa. Da bleibt irgendwie das Realitätsgefühl auf der Strecke.
Überhapt: Die patente Lisa ist so ganz anders als das Bild freier Reisejpurnalisten in der Medienbranche. So bescheiden, selbstlos, mit viel Zeit für andere Themen kennt man die gar nicht. Oder überhaupt dem Blick für andere Themen... oder habe ich immer nur die atypischen Reisejournalisten getroffen, die alles für lau wollten, das aber immer vom besten?
Aber egal, Literatur und auch Belletristik haben schließlich nicht immer Realitätsanspruch. Problematischer erscheint mir, dass der plausible Schuldige so umgehend präsentiert wird, dass sofort klar ist: es muss einfach ganz anders sein. Denn sonst wäre das ja alles sehr langweilig und könnte eigentlich schon nach 50 oder 100 Seiten zu Ende sein.
So manche Figur des Buches ist eher Karikatur als echte, überzeugende Person - das trübt für mich das Lesevergnügen und macht die Dialoge nicht gerade besser. Wer komplizierte Krimi-Rätsel mag, dürfte enttäuscht sein - die Lösung zeichnet sich für meinen Geschmack immer noch zu früh ab. Als leichte Liegestuhllektüre an heißen Sommertagen, an denen man nicht so viel nachdenken will, taugt "Fado fatal" dennoch. Ganz nett, aber nur mäßig spannend.Cozy mit einem Hauch Süßlichkeit zu viel.
Hanne Holms, Fado Fatal
Piper Verlag 2019
288 Seiten, 10 Euro
ISBN 978-3-492-31438-1
Und ja, es ist durchaus nicht so, als ob hier nicht auch Lokalkolorit zwischen Weinbergen und den engen Gassen von Porto durchschimmert, wenn Lisa, freie Reisejournalistin auf Reportagereise in Portugal , sich gleich auf der ersten Reisestation in Porto mit der Inhaberin des Restaurants/Gästezimmers anfreundet, die offenbar von Unbekannten aus dem Geschäft gedrängt werden soll. Nicht nur die patente Wirtin, sondern auch ihre Cousine - wir haben es mit einem Gastronomenclan zu tun - durchlebt gerade allerhand Krisen. Die eine stellt fest, dass zermahlene Rasierklingen unter Lebensmittel gemischt wurden, bei der anderen wird nachts gezündelt.
Lisa lässt Reportage Reportage sein, bietet sich als Aushilfskellnerin und Ermittlerin in einer Person an und kann trotz ihrer bescheidenen Portugiesischkenntnisse in beidem glänzen, Tjaaaaaa. Da bleibt irgendwie das Realitätsgefühl auf der Strecke.
Überhapt: Die patente Lisa ist so ganz anders als das Bild freier Reisejpurnalisten in der Medienbranche. So bescheiden, selbstlos, mit viel Zeit für andere Themen kennt man die gar nicht. Oder überhaupt dem Blick für andere Themen... oder habe ich immer nur die atypischen Reisejournalisten getroffen, die alles für lau wollten, das aber immer vom besten?
Aber egal, Literatur und auch Belletristik haben schließlich nicht immer Realitätsanspruch. Problematischer erscheint mir, dass der plausible Schuldige so umgehend präsentiert wird, dass sofort klar ist: es muss einfach ganz anders sein. Denn sonst wäre das ja alles sehr langweilig und könnte eigentlich schon nach 50 oder 100 Seiten zu Ende sein.
So manche Figur des Buches ist eher Karikatur als echte, überzeugende Person - das trübt für mich das Lesevergnügen und macht die Dialoge nicht gerade besser. Wer komplizierte Krimi-Rätsel mag, dürfte enttäuscht sein - die Lösung zeichnet sich für meinen Geschmack immer noch zu früh ab. Als leichte Liegestuhllektüre an heißen Sommertagen, an denen man nicht so viel nachdenken will, taugt "Fado fatal" dennoch. Ganz nett, aber nur mäßig spannend.Cozy mit einem Hauch Süßlichkeit zu viel.
Hanne Holms, Fado Fatal
Piper Verlag 2019
288 Seiten, 10 Euro
ISBN 978-3-492-31438-1
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