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Tod eines Läufers

 Hier wird viel gefroren: "Eisjagd" von  Madita Winter spielt im nordschwedischen Jokkmokk am Polarkreis, sozuasagen zwischen Rentieren und sehr viel Eis und Schnee. Den Ort mit dem irgendwie lustigen Namen gibt es tatsächlich und hier wohnt auch das Autorienehepaar Madita und Stefan Winter, das sich hinter dem Teil-Pseudonym verbirgt.

Polizistin Amelie hat sich eigentlich auf eine entspannte Woche Urlaub mit ihrem Freund Daniel gefreut. Nur das 200 Kilometer Langlaufrennen, das in Jokkmokk ausgetragen wird muss noch von der einzig am Ort verbliebenen Polizistin bewältigt werden. Und klar: Es muss natürlich etwas passieren. In der Gruppe der ehrgeizigen Amateure kämpt der örtliche Geschäftsmann Stig um den Sieg und hat sich wie ein Profi darauf vorbereitet. Doch er ist derjenige,der plötzlich tot im Schnee liegt. Hat ihn der Skistock seines Vordermanns im Auge erwischt und eine tödliche Verletzung zugefügt? Schnell stellt sich heraus: Es war Mord, doch sowohl die Mordwaffe wie auch das Motiv bleiben zunächst im Dunkeln.

Denn Stig lebte äußerst zurückgezogen, galt aber gleichzeitig als ausgesprochen großzügig, berichten etwa das thailändische Hauspersonal und das norwegische Trainerteam. Auch die deutsche Freundin des Toten wirkt am Boden zerstört.  

Während Amelie und der junge Polizist Sigge aus Lulea, der eigentlich nur während des Skirennens aushelfen mussten,  über dem Fall rätseln, hilft der eigentlich schon pensionierte Arne bei einem anderen Fall aus: Irgendjemand schießt auf die Rentiere der örtlichen Sami, lässt die Tiere dann elend verenden. Es könnte um Neuregelungen bei der Vergabe von Jagdlizenzen gehen, die nun in den Händen der Indigenen liegen.

So ist "Eisjagd" nicht nur eine Beschreibung des arktischen Winters, sondern auch des nicht immer konfliktfreien Zusammenlebens zwischen Sami und Schweden, zwischen Modernismus und traditioneller Lebensweise. Dass die Gier auf die Rohstoffvorkommen am Polarpreis längst die Naturidylle bedroht, wird dabei ebenfalls thematisiert. Den Beschreibungen der arktischen Winterlandschaft, der Fahrten mit dem Schneeskooter und der Erfahrung von Schnee und Kälte ist anzumerken, wie sehr die Autoren von ihrer Wahlheimat fasziniert sind.

Amelie und ihre Kollegen, unterstützt von Daniel und seiner Schwester Liv, die ein Computer und Hackergenie ist, müssen nicht nur ein ganzen Knäuel von Hinweisen entwirren, sondern auch der Chefin in Lulea Kontra geben, die den Fall schnellstmöglich abschließen will und das kleine Plizeibüro in Jokkmokk am liebsten wegrationalisieren würde.

Die Lösung des Falls ist spannend und der Plot mit etlichen Haken versehen, die immer wieder für neue Wendungen sorgen, wenn die Ermittler schon glauben, jetzt aber auf der richtigen Fährte zu sein. Für Skandinavien- und Winterfans bietet die Eisjagd viel Spannung und Atmosphäre.


Madita Winter, Eisjagd

Ruetten & Loening 2023

375 Seiten, 15,99

978-3-352-00991-4

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