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Zwölf Schritte zum Leben ohne Morde

 Man nennt ihn das fahle Pferd, dessen Reiter in der biblischen Apokalypse der Tod ist. Mark, der Ich-Erzähler von "Assasssins Anonymous" von Rob Hart, hat in seinem Leben allerdings selbst reichlich für Tote gesorgt - sei es als Navy Seal, sei es als Auftragsmörder im Dienste einer Agentur,  die vor allem unliebsame Zeitgenossen ausschaltet, aber eben Whistleblower oder unliebsame Journalisten. Doch damit ist Schluss. Rob hat sich in New York einer kleinen Selbsthilfegruppe ehemaliger Auftragsmörder angeschlossen. Nach dem Vorbild des Zwölf-Schritte-Programms für Anonyme Alkoholiker und andere Suchtkranke wollen sie sich gemeinsam auf dem Weg in ein mordfreies Leben unterstützen. Das Problem: Es gibt genügend Menschen, die die geläuterten Killer tot sehen wollen.

Vom Klappentext her hatte ich einen Kriminalroman mit schwarzem Humor erwartet. Tatsächlich reiht sich "Assassins Anonymous" mit seinen Gewalt- und Tötungsszenen eher in die Tradition der hard boiled  Krimis mit Noir-Elementen ein. Also ganz anders als ich ursprünglich dachte, aber keineswegs schlecht. Die Handlung springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um zu erklären, wie sich Rob zu dem Ausstieg aus dem Killerleben entschloss.

In der Gegenwart muss er herausfinden, wer der unbekannte Russe ist, der ihm ans Leben wollte - und vor allem, in wessen Auftrag er handelte. Mit der Hinterzimmer-Ärztin Astrid, die ihn nach dem Messersangriff wieder zusammengeflickt hat, und seinem Kater P. Kitty, tritt Rob eine Reise ins Ungewisse an, die ihn unter anderem nach Singapur und London führt. Dabei hat er ein Problem, das in seinem Job lebensentscheidend sein kann: Wem kann er überhaupt trauen? Hat er sich die Freundschaft zu seinem Sponsor Kenji nur eingebildet, der plötzlich nicht mehr auf Kontaktversuche reagiert? Oder versucht jemand, Ex-Killer auszuschalten?

Auf der von Zwischenfällen und engen Auswegen in letzter Minute geprägten Reise wird Rob auf so manche unerwartete Wendung stoßen. Dass ein ziemlich spektakulärer Showdown unausweichlich ist, ist bei diesem Job nicht anders zu erwarten. Doch wie schafft es Rob, zu überleben, ohne andere zu töten? Das ist, neben der Ermittlung in eigener Sache, die große Herausforderung.

Ein ungewöhnlicher Spannungsroman mit einem Protagonisten zwischen Schuld und Sühne.


Rob Hart, Assassins Anonymous

Lübbe 2024

336 Seiten, 12, 99

9783404194001

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