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Showing posts from July, 2025

Wer lügt,.... stirbt?

 Mehr als ein Lügengebäude wird in dem Thriller "Eine falsche Lüge" von Sophie Stava errichtet, und so ziemlich jeder ihrer Protagonisten hat verborgene Motive und einige fragwürdige Charaktereigenschaften. Zum Beispiel die Lügerei, die Sloane längst zur Gewohnheit geworden ist. Schon als Kind, wenn ihre alleinerziehende Mutter und sie wegen Schulden mal wieder ganz schnell den Wohnort wechseln mussten, erfand sie vor ihren neuen Mitschülerinnen ein sehr viel glamouröseres Leben als Grund für den Umzug.  Ihre Orientierung an wohlhabenderen Vorbildern hat sie nicht nur den letzten Job gekostet, sondern sie auch in echte Schwierigkeiten gebracht. Dann lernt sie scheinbar zufällig den gutaussehenden und wohlhabenden Jay Lockhart und seine kleine Tochter in einem Park kennen. Sloane erfindet eine ganz neue Identität und schafft es tatsächlich, als Kindermädchen der Familie eingestellt zu werden. Jays Frau Violet ist es gar nicht unrecht, dass Sloane ihren Stil nachahmt, ihre Fris...

Idylle mit Untiefen

 Die Finnland-Krimis, die ich bisher kennengelernt habe, fallen entweder durch eine gewisse Kauzigkeit der Charaktere oder eine Noir-Stimmung auf. "Gerächt sein sollst du" von Kaisu Tuokko fällt in keine der beiden Kategorien, sondern versucht eine gewisse hyggelige Gefühligkeit einfließen zu lassen, die mich nicht wirklich überzeugt hat. Journalistin Eevi erfährt vom Fund einer Leiche und eilt zu den Klippen des idyllischen Küstenorts Kristinestad. Die Ermittlungen um den Tod des 17-jährigen Jonas leitet ausgerechnet ihr Jugendfreund und erste Liebe Mats, der in seinem alten Heimatort eigentlich nur ein paar Tage ausspannen sollte (bin mir nicht sicher, wie realistisch das sein soll, dass ein Polizist auf Urlaub mal eben die Ermittlungen übernimmt). Jonas was ein Eigenbrötler ohne echte Freunde, wurde gemobbt. War es Selbstmord? Seine Mutter schließt das aus. Dann tauchen schwere Vorwürfe gegen den Jugendlichen auf. Sowohl Eevi als auch Mats begeben sich auf Wahrheitssuche, ...

Claire und ihr Hammer

 Wenn Claire durch Menschen buchstäblich hindurchblicken kann und sie gewissermaßen als Geister wahrnimmt, hat das nichts Gutes zu bedeuten. Denn Claire, künstlerisch begabt und auch durchaus ambitioniert, hat mörderische Impulse und sieht keinerlei Sinn darin, sie nicht auszuleben. In Joanna Wallaces "My Life as a Serial Killer" hinterlässt sie eine Blutspur und blickt zurück auf eine mörderische Laufbahn, die im zarten Alter von sieben Jahren begann. Damals lernte sie den besonderen Nutzen eines Hammers kennen, ein Werkzeug, dass sie seitdem gerne bei sich führt. Ein Mensch hat Claire bedingungslos geliebt, einschließlich ihrer finsteren Seite - ihr vor kurzem verstorbener Vater, der in den letzten Jahren seines Lebens an präseniler Demenz litt. In dieser Lage macht Claire etwas, was eigentlich nicht ihrer Art entspricht: Sie schließt sich einer Trauergruppe an, kurz nach dem letzten Mord, wegen dem sie dummerweise erpresst wird - von einem weiteren Mitglied der Gruppe.  Ir...

Familienmelodram voller Geheimnisse

 Everybody lies. Das ist die Quintessenz des Psychothrillers "Der Abend mit den Eltern" von Emily Shiner. Der erfolgreiche, gutaussehende Herzchirurg Owen verbringt erstmals mit seiner neuen Freundin Gina ein gemeinsames Wochenende bei seinen Eltern. Doch dass Gina und Owen sich kennengelernt haben, war kein Zufall. Und sowohl Gina als auch Owens Eltern - die besitzergreifende Mutter Martha und der ein wenig zu freundliche Vater Scott - haben jeweils eine eigene Agenda und dunkle Geheimnisse. Abwechselnd aus der Perspektive Ginas und Marthas erzählt entfaltet sich das Wochenende als Melodram finsterer Absichten und gegenseitigen Belauerns. Für Martha ist keine Frau gut genug für Owen, doch das ist nicht der einzige Grund, warum sie Gina misstrauisch unter die Lupe nimmt. Gina wiederum ist auf der Suche nach Antworten auf ein traumatisches Erlebnis in ihrer Vergangenheit. Hat ihre Liebe da überhaupt eine Chance? "Der Abend mit den Eltern" folgt in gewissermaßen einem...

Geld statt Liebe?

  Geld oder Liebe, das ist gewissermaßen das Motto in Sue Hincenbergs Cozy-Krimi "Very bad widows", wobei: sehr weit her ist es ja nicht mehr mit der Liebe in den Ehen von Pam, Nancy und Shalisa. Die vierte Freundin im Bunde, Marlene, ist frisch verwitwet und seitdem unternehmungslustiger denn je. Zudem kann sie sich mit dem Geld aus der Lebensversicherung ihres Mannes einen Lebensabend im sonnigen Florida gönnen.  Beneidenswert, vor allem, da sich die Frauen seit einigen Jahren schwer einschränken müssen. Denn Pams Ehemann hatte sich bei einer Investition gründlich verspekuliert, und dabei auch die anderen drei befreundeten Paare, die seinem Finanzratschlag gefolgt waren, in die Geldknappheit gestoßen. Die Freundschaft hatte den finanziellen Niedergang überstanden, in den Ehen herrschte seitdem allerdings deutliche Abkühlung. Marlenes neues Leben führt das Ehefrauen-Trio auf unschöne Gedanken: Haben nicht auch die eigenen Gatten eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen? Un...