Everybody lies. Das ist die Quintessenz des Psychothrillers "Der Abend mit den Eltern" von Emily Shiner. Der erfolgreiche, gutaussehende Herzchirurg Owen verbringt erstmals mit seiner neuen Freundin Gina ein gemeinsames Wochenende bei seinen Eltern. Doch dass Gina und Owen sich kennengelernt haben, war kein Zufall. Und sowohl Gina als auch Owens Eltern - die besitzergreifende Mutter Martha und der ein wenig zu freundliche Vater Scott - haben jeweils eine eigene Agenda und dunkle Geheimnisse.
Abwechselnd aus der Perspektive Ginas und Marthas erzählt entfaltet sich das Wochenende als Melodram finsterer Absichten und gegenseitigen Belauerns. Für Martha ist keine Frau gut genug für Owen, doch das ist nicht der einzige Grund, warum sie Gina misstrauisch unter die Lupe nimmt. Gina wiederum ist auf der Suche nach Antworten auf ein traumatisches Erlebnis in ihrer Vergangenheit. Hat ihre Liebe da überhaupt eine Chance?
"Der Abend mit den Eltern" folgt in gewissermaßen einem Genre-Strickmuster, in dem die Charaktere schablonenhaft bleiben und auch im Verlauf der Handlung nicht an Tiefe gewinnen. Geheimnisse, Finten, Nebelkerzen. Heimliche Erkundungen, maskierte Absichten und mehr als ein Lügengebäude. Das liest sich schnell und bleibt nicht sonderlich hängen. Sympathien lassen sich für die Protagonisten kaum entwickeln und selbst die Überraschung am Ende ist letztlich nicht wirklich überraschend, sondern nur das i-Tüpfelchen von noch mehr Drama.
Emily Shiner, Der Abend mit den Eltern
Bookouture 2025
4,99 Euro
9781805501046
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