Es ist Jahre her, dass ich Leonie Swanns Schafskrimi "Glenkill" gelesen habe. Als ich sah, dass Miss Maple, Mopple the Whale mit dem guten Gedächtnis, Sir Richmond und die anderen Herdentiere im Mittelpunkt des Folgebands "Garou" stehen, wollte ich natürlich wissen, welche Abenteuer die Schafe diesmal erleben. Klärten die Schafe einst den Mord an ihrem Hirten George auf, wollen sie nun dafür sorgen, dass ihrer neuen Hirtin Rebecca nichts passiert. Auch einen Ortswechsel gibt es, denn Rebecca ist mit der Herde von Irland nach Frankreich in die Nachbarschaft eines Schlosses gezogen. Dort sprechen die Leute nicht nur unverständliches Europäisch, in unmittelbarer Nachbarschaft der Schafsweide leben Ziegen - da sind sich die Schafe erst mal gar nicht sicher, ob der Umzug so eine gute Idee war.
Die vorwitzigen Ziegen sind es auch, die den Schafen vom Garou erzählen einem Menschen, in dem sich ein Wolf versteckt. Und der muss verdammt wild sein, wenn man den Zustand eines toten Rehs betrachtet, dass im Wald gefunden wurde. Doch wer ist der Garou? Kann er Rebecca und der Herde gefährlich werden? Ist den Bewohnern des Schlosses zu trauen, oder droht von ihnen Gefahr? Schwierige Fragen, und die Schafe sind gezwungen, buchstäblich ihre Komfortzone zu verlassen. Die Tiere, die sich eigentlich nur zusammen richtig wohl fühlen, müssen nicht nur individuelle Abenteuer bestehen, sie müssen auch die sichere Weide verlassen und im Wald auf Garou-Suche gehen, jenem unheimlichen Ort, wo die Bäume so dicht stehen und man den Himmel nicht sieht!
Rebecca wiederum ist abgelenkt von möglicherweise drohenden Gefahren, da ihre Mutter zu einem ausgedehnten Besuch im Schäferwagen aufgetaucht ist. Wenig Platz für zwei sehr unterschiedliche Frauen, vor allem, als Mama dann auch noch als Weissagerin mit Tarot-Karten den Schäferwagen zu ihrem Arbeitsplatz umwidmet. Nicht nur Rebecca, auch die Schafe finden das gar nicht gut.
Auch in "Garou" stellt Swann die Gedanken und die Gespräche der Schafe in den Mittelpunkt, wollige Gedankengänge, die manchmal etwas diffus sind und einer eigenen Logik folgen. Der Gegensatz im Verhalten von Schafen und Ziegen wird liebenswert und vor allem aus Schafsperspektive gezeigt, und nach anfänglichen Irritationen steht der friedlichen Koexistenz nichts mehr im Weg. Ein liebenswerter Cozy, allen Tierfreunden zu empfehlen, die weniger auf nervenzerfetzende Spannung stehen. langsam und gemächlich erzählt - ganz so, wie Schafe auf der Weide kauen.
Leonie Swann, Garou
Dumont 2026
432 Seiten, 14 Euro
9783755805793
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