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Lügen, Leichen und Paranoia im Tauchparadies

 Thriller an exotischen Destinationen scheinen zur Zeit en vogue zu sein. Ein Beispiel dafür ist "Das Paradies" von Sara Ochs.  Aus wechselnden Erzählperspektiven erzählt sie, wie das vermeintliche Aussteigeridyll auf einer thailändischen Taucherinsel nach und nach zum Ort des Schreckens, von Geheimnissen und wechselseitigen Verdächtigungen wird. Die scheinbare Lässigkeit einer Aussteigerclique weicht da bald allgemeiner Paranoia.

Eine der Protagonistinnen ist Tauchlehrerin Cass. Sie hat sich in Thailand gewissermaßen neu erfunden, nach einer traumatischen Erlebnis. Ihre Vergangenheit glaubt sie hinter sich gelassen zu haben, ihren alten Namen ebenfalls. Sie ist verlobt und glücklich. Doch dann stirbt einer ihrer Schüler bei einem Tauchgang - und Cass ahnt, dass es kein Unfall war. Als sie anonyme Botschaften erhält, fürchtet sie nicht nur, dass die Vergangenheit sie einholt, sondern dass sie in Gefahr ist.

Die andere Protagonistin in Brooke, eine Influencerin, die sich bisher erfolglos als Journalistin versucht - nun ja, dass bloggen und Journalismus in den meisten Fällen nicht identisch sind, machen sich viele nicht klar. Brooke, das deutet die Autorin früh an, hat aber auch eine eigene Agenda. und als es einen Toten gibt, hofft sie auf einen Scoop. Zudem gab es vor ihrer Ankunft einen Insel einen tödlichen Unfall einer Touristin, der nun im Rückblick Fragen aufwirft.

Leichen im tropischen Paradies, dramatische Wendungen, ein Sturm - Ochs lässt es in ihrem Urlaubsthriller ordentlich krachen. Ihre Protagonistinnen reagieren mitunter hysterisch und irrational, als Sympathieträgerinnen konnte ich sie immer weniger empfinden, je weiter ich mit dem Buch vorankam. An Verdächtigen herrscht jedenfalls kein Mangel, an Dramatik ebenso wenig. Für mich ein wenig over the top, so gerne ich Spannung an exotischen Orten mag.


Sara Ochs, Das Paradies. Hier kannst du glücklich werden - oder sterben

Blanvalet 2024

416 Seiten, 17 Euro

9783764508586

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