"Spreewaldwölfe" ist bereits der vierte Band von Christiane Dieckerhoff um die Polizistin Klaudia Wagner, die es vom Ruhrgebiet in den Spreewald verschlagen hat. Für mich allerdings eine Premiere - na ja, man kann ja nicht alle Regionalkrimi-Autoren kennen. In diesem Fall will ich das aber sicherlich aufholen und bei nächster Gelegenheit auch die vorangegangenen Bände der Reihe lesen.
Auch wenn es einige Anspielungen auf die Vergangenheit Klaudia Wagners gibt, lässt sich Spreewaldwölfe auch ohne Kenntnis der vorangegangenen Roman gut für sich lesen.
Wagner und ihre Kollegen ermitteln nach einem ziemlich grausigen Leichenfund: Ein junger Mann wird tot und durch Tierfraß verstümmelt im Wald gefunden. Da es Gerüchte über Wölfe in der Umgebung gibt, glauben Jäger wie Schäfer an den bedrohlichen buchstäblich "bösen Wolf". Doch eine Schußwunde im Körper des Toten lässt darauf schließen, dass kein Vierbeiner beim Tod des jungen Mannes die Hand bzw Pfote im Spiel hatte.
Dennoch wird über Wölfe leidenschaftlich und kontrovers diskutiert. Die Fronten laufen durch den Ort und so mancher, der in ihnen eine Bedrohung sieht, überträgt diese Gefühle auch auf Jurij, der nach einem Freiwilligen Ökologischen Jahr in der Gegend hängen geblieben ist und nicht nur wegen seiner beiden Wolfshybriden ein Außenseiter ist: Der junge Mann hat eine Drogenvergangenheit und hatte eine kaputte Kindheit, plötzliche Aussetzer lassen ihn desorientiert zurück. Der Tote und er rivalisierten um ein Mädchen und für viele im Ort steht er als Täter schon fest, während die Polizei noch Spuren sichtet.
Spreewaldschiffer Stefan verfolgt die Arbeit der Polizei aus einem ganz anderen Grund voller Argwohn: Seine schwangere Frau wurde vor einigen Monaten von einem Streifenwagen erfasst, der bei einer Verfolgungsjagd ins Schleudern geriet. Unbekannte Täter warfen "Krähenfüße" auf die Straße, als sie nach der Sprengung eines Geldautomaten flüchteten. Der Tod seiner Frau hat nicht nur Stefan aus der Bahn geworfen, sondern auch einen der Polizisten. Kommt nun die Suche nach den Automatenräubern zum Stillstand, weil der Tote im Wald die Aufmerksamkeit der Polizei bündelt? Stefan will unbedingt herausfinden, wer den Tod seiner Frau zu verantworten hat. Auch Selbstjustiz wird plötzlich zum Thema.
Orientierung und Neubeginn, Wieder Aufstehen nach einem schweren Schlag, Ankommen in einem veränderten Leben - das ist ein bißchen der rote Faden in "Spreewaldwölfe". Auch Klaudia Wagner kann ein Lied davon singen.
"Spreewaldwölfe" ist spannend geschrieben, mit Figuren, die ihre Ecken und Kanten haben und gerade dadurch glaubwürdig wirken. Der Spreewald ist hier nicht Touristenidylle, sondern ebenfalls von Veränderungen gezeichnet. Ein Buch, das Interesse weckt, jetzt auch die anderen Bände der Spreewaldreihe zu lesen - und auf einen Folgeband hoffen lässt.
Christiane Dieckerhoff, Spreewaldwölfe
Ullstein, 2019
352 Seiten, 10,99 Euro
ISBN-13 9783548291451
Auch wenn es einige Anspielungen auf die Vergangenheit Klaudia Wagners gibt, lässt sich Spreewaldwölfe auch ohne Kenntnis der vorangegangenen Roman gut für sich lesen.
Wagner und ihre Kollegen ermitteln nach einem ziemlich grausigen Leichenfund: Ein junger Mann wird tot und durch Tierfraß verstümmelt im Wald gefunden. Da es Gerüchte über Wölfe in der Umgebung gibt, glauben Jäger wie Schäfer an den bedrohlichen buchstäblich "bösen Wolf". Doch eine Schußwunde im Körper des Toten lässt darauf schließen, dass kein Vierbeiner beim Tod des jungen Mannes die Hand bzw Pfote im Spiel hatte.
Dennoch wird über Wölfe leidenschaftlich und kontrovers diskutiert. Die Fronten laufen durch den Ort und so mancher, der in ihnen eine Bedrohung sieht, überträgt diese Gefühle auch auf Jurij, der nach einem Freiwilligen Ökologischen Jahr in der Gegend hängen geblieben ist und nicht nur wegen seiner beiden Wolfshybriden ein Außenseiter ist: Der junge Mann hat eine Drogenvergangenheit und hatte eine kaputte Kindheit, plötzliche Aussetzer lassen ihn desorientiert zurück. Der Tote und er rivalisierten um ein Mädchen und für viele im Ort steht er als Täter schon fest, während die Polizei noch Spuren sichtet.
Spreewaldschiffer Stefan verfolgt die Arbeit der Polizei aus einem ganz anderen Grund voller Argwohn: Seine schwangere Frau wurde vor einigen Monaten von einem Streifenwagen erfasst, der bei einer Verfolgungsjagd ins Schleudern geriet. Unbekannte Täter warfen "Krähenfüße" auf die Straße, als sie nach der Sprengung eines Geldautomaten flüchteten. Der Tod seiner Frau hat nicht nur Stefan aus der Bahn geworfen, sondern auch einen der Polizisten. Kommt nun die Suche nach den Automatenräubern zum Stillstand, weil der Tote im Wald die Aufmerksamkeit der Polizei bündelt? Stefan will unbedingt herausfinden, wer den Tod seiner Frau zu verantworten hat. Auch Selbstjustiz wird plötzlich zum Thema.
Orientierung und Neubeginn, Wieder Aufstehen nach einem schweren Schlag, Ankommen in einem veränderten Leben - das ist ein bißchen der rote Faden in "Spreewaldwölfe". Auch Klaudia Wagner kann ein Lied davon singen.
"Spreewaldwölfe" ist spannend geschrieben, mit Figuren, die ihre Ecken und Kanten haben und gerade dadurch glaubwürdig wirken. Der Spreewald ist hier nicht Touristenidylle, sondern ebenfalls von Veränderungen gezeichnet. Ein Buch, das Interesse weckt, jetzt auch die anderen Bände der Spreewaldreihe zu lesen - und auf einen Folgeband hoffen lässt.
Christiane Dieckerhoff, Spreewaldwölfe
Ullstein, 2019
352 Seiten, 10,99 Euro
ISBN-13 9783548291451
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