Es ist Herbst in Algonquin Bay, die vermutlich schönste Jahreszeit im kanadischen Osten mit der spektakulären Laubfärbung der Wälder. Doch John Cardinal, Polizist in der Kleinstadt am See, hat keinen Blick für die Schönheiten der Natur. Er muss in "Kanadische Nächte" von Giles Blunt einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten. Seine manisch-depressive Frau, schön, talentiert und unglücklich, hat jahrelang gegen ihre Dämonen gekämpft. Nun ist sie tot - und Cardinal fällt es schwer, an Selbstmord zu glauben. Doch die Beweislage ist klar, einschließlich eines Abschiedsbriefes. Und in einer so persönlichen Angelegenheit darf Cardinal ohnehin nicht offiziell ermitteln - dass ihm die nötige professionelle Distanz fehlt, ist unstrittig.
Doch hält sich Cardinal an diese Regeln? In seinem persönlichsten Fall braucht er die Wahrheit mehr denn je. Er riskiert im Zweifelsfall lieber seine Karriere, als die Suche einzustellen.
Viel darf hier nicht verraten werden, um nicht zu spoilern, doch ausgehend von psychischen Erkrankungen, Therapie, der besonderen Beziehung zwischen Patient und Therapeut, von Vertrauen und Manipulation hat Blunt einen faszinierenden Plot konstruiert. Als Leser*in bekommt man schon deutlich früher als der Ermittler eine Ahnung über die Zusammenhänge, was der Auflösung des Falls aber in keiner Weise schadet.
Einmal mehr ist mit Carpenter einmal mehr ein glaubwürdiger Ermittler in Aktion, der auf die Unterstützung von Kollegen setzen kann, denen im Zweifelsfall Loyalität zu einem Kollegen in einer Lebenskrise über dienstliche Anweisungen geht.
Giles Blunt, Kanadische Nächte
Kampa 2025
19,90
9783311121022
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