Toxische Männlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Kriminalromane von Carla Kovach um DI Gina Harte in den britischen Midlands. Im nunmehr siebten Band der Reihe zeigt sich allerdings, dass körperliche und psychische Gewalt auch von Täterinnen ausgehen können. Zur düsteren Stimmung des Romans - mehrere Opfer werden lebendig in einem Sarg begraben - passt die Jahreszeit: Es ist Halloween, die Zeit der Geister, und viele stürzen sich nur zu gerne auf die Boulevard-Theorie von Gespenstern und alten Flüchen.
Auf Aberglauben setzen Harte und ihre KollegInnen natürlich nicht, doch sie ahnen: Sie stehen in einem Wettlauf gegen die Zeit, als nach dem Tod eines Obdachlosen eine Frau vermisst wird. Auf den ersten Blick hatten die beiden nichts miteinander zu tun, doch die persönlichen Briefe, die Harte erhält, lassen auf einen Täter oder eine Täterin auf einem persönlichen Rachefeldzug schließen. Mehr noch: Der Briefschreiber weiß Dinge über Harte, die diese lieber unter Verschluss hält, aus der Vergangenheit mit ihrem gewalttätigen Ehemann - bis hin zu dessen Äußerungen. Eine verstörende Erfahrung für die Detektivin.
Wie in Kovachs Romanen üblich, wechseln Zeit- und Erzählperspektiven. Währen die LeserInnen schon früh ahnen, dass ein außer Kontrolle geratener Streich einer Gruppe Jugendlicher Jahrzehnte später schwere Folgen hat, bleibt die Rolle und die Namen der damaligen Täter und Opfer lange ein Geheimnis, so dass bei allen Enthüllungen der Autorin ein Überraschungseffekt bleibt.
Zwar haben mir die Vorgängerbände besser gefallen, da sie stringenter waren, dennoch solide Spannungskost.
Carla Kovach, Ihre stillen Gräber
Bookouture 2025
4,99 Euro
9781836182818
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